C H R O N I K

 

Als im Jahre 1874 der Feuerwehrkrieg ausbrach......
Zwischen der königlichen Regierung von Niederbayern und dem Bezirksamt Mallersdorf war es zu einem Feuerwehrkrieg gekommen. Die Regierung rügte das Bezirksamt wegen zu laschen Vorgehens und forderte bei Strafandrohung und Einführung der Pflichtfeuerwehr die Gemeinden härter anzufassen. Für eine Werbung verlegte man die Feuerwehr-Gauver-sammlung 1874 nach Mallersdorf. Fünf Jahre später (1879) ist im Jahresbericht des Bezirks-verbandes Mallersdorf zu lesen: Es gibt Gott sei Dank jetzt 40 Feuerwehren mit 1 629 Mann. So ist nachzulesen, daß 1875 die Feuerwehr in Oberhaselbach mit stattlichen 98 Mann gegründet wurde.

Gründung unserer Feuerwehr

So wurde die Freiwillige Feuerwehr Oberhaselbach unter dem allerhöchsten Protektorat seiner königlichen Hoheit des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern am 1. Juli 1875 in den Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verband aufgenommen.

Zur Gründungsurkunde bitte hier klicken.

Gebrannt hat es in der damaligen Zeit oft:

So ist in unserer Chronik oft von Bränden mit verheerender Wirkung zu lesen. Einige Auszüge z. B.

27.11.1887 Brand in Unterhaselbach: Stadel und Maschinenhaus des Söldners
Hadersbeck vernichtet

28.08.1889 In verflossener Nach ½ 12 Uhr entstand dahier ein Schadenfeuer, welches einen Stadel des Bäckers Paintner und einen solchen des hiesigen Wagnermeisters in Asche legte. Man vermutet als Ursache böswillige Brandstiftung.

So war aber auch im Laber-Boten vom 1. Februar 1910 folgendes zu lesen:

Einen schlimmen Streich hat der aufgehende Mond am vergangenen Mittwoch den Einwohnern von Oberhaselbach gespielt. Näheres enthalten folgende launige Zeilen:

 

Zu sehen eine großen Brunst, ist in der Tat gar keine Kunst,
zu sehen aber einen Brand, wenns gar nicht brennt, ist ungalant.
Der Mesner rennt zum Turm, er läutet eiligst Sturm.
Die Menge läuft erschreckt zusammen und schreit, wo brennts, in Gottesnamen?
Und späht nach jeder Himmelsrichtung, zu sehen jene rote Lichtung.
Wer wird der Arme wieder sein, dem heute leuchtet Feuerschein?
Oh jene frevelhaften Hände, die kalten Blutes legen Brände!
Und in dem schrecklichsten Gedränge, spricht einer zur erregten Menge:
" Ihr guten Leute geht nach Haus und ruht euch von dem Schrecken aus!
Es ist der Mond mit seinem Schein, der euch gebracht in diese Pein.
Seht nur wie er so schelmisch schielt, da er euch diesen Streich gespielt."
Ja, ja so sagen sie mit Bangen, diesmal ist's noch gut gegangen."


20.08.1910: Weihe der ersten Fahne.

Der größte Brand im Ort war im Jahre 1914 als das Bruckmooser- und Braun-Anwesen am gleichen Tage und zur gleichen Stunde infolge Brandstiftung abbrannte.


Bestandsauflistung im Jahre 1932/33 der Feuerwehren des Marktes

Die 40 Feuerwehren verfügten 1932/33 über folgende Ausrüstung: 9 Motorspritzen, 51 Saug- und Druckspritzen, 13 Kleinspritzen, 26 fahrbare Schlauchhaspeln, 1 Hydrantenwagen, 10 Schiebeleitern ohne Räder, 96 sonstige Leitern, 248 gummierte Schläuche, 15 493 Hanfschläuche, 1329 Storz-Kupplungen, und 83 Normal-Kupplungen.


Kauf der ersten Motor-Feuerwehrspritze Goliath II

11. Dezember 1931 Oberhaselbach: Die Gemeinde hat sich zum Ankauf einer Motor-Feuerwehrspritze entschlossen, deren Lieferung der Fa. Geißler, Mallersdorf übertragen worden ist. Es ist ein Goliath II von der Firma Magirus komplett auf Transportwagen, abhebbar markiert, mit DKW-Motor der Zschopau Werke, Leistung 800 Liter pro Minute. Der Preis der Motorspritze beträgt 3.360,-- Mark ohne Schläuche; die Zuschüsse des Staates und der Versicherungskammer sind sichergestellt, so daß die Finanzierungsfrage geklärt ist.

12. Februar 1932 Oberhaselbach: Der einmütigen Arbeit des Gemeinderates und der Feuerwehr ist es gelungen, die Anschaffung einer Motorspritze von den Magirus-Werken, Stuttgart, zu ermöglichen, deren Übergabe am Dienstag stattfand. Die Firma hat einen Vertreter gesandt, der am Vormittag die gesamte Mannschaft an der Spritze anlernte; nachmittags folgte die feierliche Übergabe mit Probe und Zusammenkunft im Gasthause. Es sprachen mit Worten des Dankes und der Anerkennung die Herren Bezirksfeuerwehrvertreter Gräber, Bürgermeister Walter und Kommandant Rauch.

Einige Jahrzehnte später, als die bereits betagte Motorspritze ihren Dienst nicht mehr versehen konnte, war in der Laberzeitung am 3. März 1973 folgendes Ereignis nachzulesen:

Oberhaselbach: Am Samstag um 13.02 Uhr schossen nahe des Haselbachs aus sieben Stahlrohren die Wasserfontänen: Die Feuerwehr hatte die neue Tragkraftspritze Bachert Automatic (TS 8/8) in Dienst gestellt. Mit dem Kauf des neuen Löschgerätes und eines Tragkraftspritzenanhängers (14.000,-- DM Anschaffungskosten) hat die Feuerwehr seit Bestehen den modernsten und höchsten Ausrüstungsstand erreicht. 1. Bürgermeister Ullrich: Wir sind stolz auf unsere Feuerwehr, erwarten aber auch die erforderliche Dienst- und Einsatzbereitschaft.

So erhöhte sich mit stetem Wachstum die Ausrüstung unserer Feuerwehr.

Ein weiterer Höhepunkt war als unsere Feuerwehr im Herbst 1990 mit einem Tragkraftspritzenfahrzeuges TSF (LT 35/Ziegler) ausgestattet wurde.


Kauf der Fahne und Fahnenweihe 1960

Die 1. Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaselbach wurde bereits 1910 angeschafft. Diese ist immer noch erhalten und kann im Feuerwehrhaus besichtigt werden.

Über die Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaselbach ist nachzulesen

"Am 2. Februar 1960 hielt die FFW im Gasthaus Bücherl, Mitterhaselbach eine Jahresversammlung ab. Es wurde dabei der Wunsch geäußert eine Fahne zu kaufen. Man einigte sich zum Kauf einer Fahne und der Festausschuß wurde gegründet, dem folgende Personen angehörten: Ramsauer Josef, Walter Richard, Sigl Wenzeslaus, Augustin Johann, Braun Michael, Riedl Josef, Guggenberger Ludwig, Reicheneder Ludwig, Füssl Georg, Eichstetter Franz, Dafner Herrmann, Wenninger Josef, Dollinger Herrmann und Sigl Richard.
Die Fahnenstickerei Kössinger, Schierling, zeigte dem Ausschuß am 14. Februar 1960 Fahnenmuster. Am 18. Februar 1960 fuhr eine Abordnung nach Landshut in die Fahnenstickerei Eisenheimer zur Besichtigung von Fahnen. Anschließend ging die Fahrt gleich nach Geiselhöring zu Kreisbrandinspektor Stern um ihn hiervon in Kenntnis zu setzen. Bereits schon am 21. Februar 1960 wurde die Fahne in Schierling gekauft, zum Preis von 1.350,-- DM. Zwei Bänder, für Patenverein und für die eigene Fahne, zum Preis von 120,-- DM. Ein Erinnerungsband von der Gemeinde für 135,-- DM. Am 22. Februar 1960 ist die Fahnenweihe für 29. Mai 1960 festgelegt worden. Erfreulicherweise erklärte sich die Bäuerin Frau Maria Braun, Oberhaselbach Nr. 8, bereit, die Fahnenmutter zu machen. Bereitwillig waren auch die Mädchen Haselbachs Festjungfrauen: Anneliese Walter, Annemarie Wagner, Liselotte Daxl, Erna Ramsauer, Gisela Brückl, Marille Prückl, Ingrid Ullrich und Rita Bauer. Die Patenschaft hierzu übernahm die Freiwillige Feuerwehr Ascholtshausen.
Am 4. März 1960 wurden langjährige Feuerwehrmitglieder zur Ehrung vorgeschlagen: 38 Mann von 40-50 jähriger Mitgliedschaft. Von den Gastwirten wurden pro Liter Bier 10 Pfennig gefordert und eine Haussammlung beschlossen. Von den Gastwirten wurden 243,-- DM bezahlt und die Haussammlung erbrachte 513,-- DM.
Am 28. Mai 1960 war im Gasthaus Bücherl der Zapfenstreich und die Ehrung der 40 und 50 jährigen Mitglieder. Die Ehrung nahm Landrat Maier, Mallersdorf, vor und es erschienen neben den vielen Anwesenden als sonstige Ehrengäste Kreisbrandinspektor Stern, Geiselhöring, Brandmeister Maier, Neufahrn. Landrat Maier brachte an diesem Tag der Freude zum Ausdruck, daß es ihm eine besondere Ehre gewesen sei, so zahlreiche Mitglieder für so eine langjährige Angehörigkeit zu Ehren, was wohl im Landkreis als seltenes Vorkommnis zu bezeichnen ist. Nun nahte der offizielle Tag, der 29. Mai 1960, der Tag der Fahnenweihe.
Schon früh morgens dröhnten Böllerschüsse durch den Ort und kündeten den Weckruf an. Mit Musikklängen holte die Ehrenwehr die Fahnenmutter und Festjungfrauen ein und empfing vor den Ortseingängen den Patenverein und die zahlreichen Wehren und Vereine. In der Filialkirche Oberhaselbach vollzog Hochwürdiger Herr Pfarrer Wenzeslaus Schmied, Ascholtshausen, die feierliche Weihe. Es erschienen 45 Vereine. Nach der Feldmesse legte am Gefallenendenkmal Bürgermeister Ullrich einen Kranz nieder und hielt eine Ansprache. Kreisbrandinspektor Stern, Geiselhöring, begrüßte anschließend die Wehren mit Festrede.
In den Gasthäusern Rohrmeier und Sigl waren je 200 Mann zum Mittagessen verteilt. Es war ein herrlicher Marientag und nachmittags um 13 Uhr war der Festzug. Die neue Fahne trug Karl Geiger in Begleitung seiner beiden Schwestern. Es spielte die verstärkte Kapelle Steimer, Ascholtshausen mit dem Spielmannszug Neufahrn und Schierling. Im Anschluß fand am Hof der Fahnenmutter die Bänderverteilung statt, wobei die Festjungfrauen noch Prologe vortrugen und die Erinnerungsbänder an die vielen Fahnen der anwesenden Wehren und Vereine anhefteten.
Den weiteren Verlauf des Festtages vernahm man noch in den beiden Gasthäusern, wobei die verteilten Kapellen noch zum Konzert aufspielte
"Der Kommandant Ramsauer"

Im Jahre 1997 wurde die Fahne, aufgrund erforderlicher Restaurationsarbeiten, komplett renoviert. Die Renovierungskosten betrugen 5.000,-- DM und wurden komplett aus der Vereinskasse getragen. Zu diesem Ereignis ist folgendes nachzulesen:

"Oberhaselbach: Zu einem Freudentag für den ganzen Ort wurde die Fahnensegnung der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaselbach am 16.03.1997. Der Festgottesdienst wurde von der Blaskapelle Steimer musikalisch umrahmt. Angeführt von der Musikkapelle marschierten die aktiven Mitglieder mit Fahnenträger Max Butz und seinen Fahnenbegleitern Alfred Luginger und Alfred Brunner in das festlich geschmückte Gotteshaus. Vor dem Altar waren die Bänder zur Segnung aufgelegt. Hier nahm auch der Fahnenträger Aufstellung, um den kirchlichen Segen für die neu renovierte Fahne zu erhalten. Nach dem Festgottesdienst übernahm Kommandant Axel Schieder die Totenehrung vor dem Kircheingang. Namentlich gedachte er aller verstorbenen aktiven und passiven Mitglieder sowie der verstorbenen Festdamen und der Fahnenmutter von der Fahnenweihe 1960. Zusammen mit Fred Hatzl und Christian Braun legte er als Zeichen des Dankes ein schönes Kranzgebinde nieder.
Das Wetter hatte anschließend ein Einsehen. Mit flotter Marschmusik führte der Festzug ins Gasthaus Bücherl nach Mitterhaselbach. Im vollbesetzten Saal begrüßte Vorsitzender Erich Gruber Vereinskameraden, ehemalige Festjungfrauen und die Ehrengäste. Die Freiwillige Feuerwehr Oberhaselbach feierte bei echter bayerischer Stimmung die Fahnensegnung bis in den späten Nachmittag.


Vom Spritzenhaus zum Feuerwehrgerätehaus mit Stockbahn

Das 1. Spritzenhaus für die Landgemeinde Oberhaselbach, kgl. Bezirksamt Mallersdorf stand im Bräuhof.

Das Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchturm löste dann das ausgediente Spritzenhaus 1959 ab. Der Kostenvoranschlag lautete über 11.000,- DM und befand sich gegenüber dem jetzigen Standort.

Die Zeit nahm ihren Lauf und so reichte 1991 das 1959 erbaute Feuerwehrgerätehaus nicht mehr aus. Die Ausrüstung wurde mit den Jahren immer aufwendiger und so entschied sich die damalige Vorstandschaft unter dem Vorsitz von Herrn Helmut Braun, für den Neubau eines geräumigen und zeitgemäßen Feuerwehrhauses. Nachdem der Rohbau von der Fa. Brandl erstellt war, wurde das Feuerwehrhaus incl. Stockbahn mit ca. 700 Stunden Eigenleistung fertiggestellt.